Frauenquote

In vielen Bereichen fällt es Frauen schwerer als Männer, Führungspositionen zu erlangen. Das galt lange Zeit für die Politik, hier wurde dieser Missstand aber mittlerweile überwunden. Vor allem die Frauenquote, die sich einige Parteien seit den 1980ern auferlegten, führte zu einem höheren weiblichen Anteil in Spitzenfunktionen. In unterschiedlicher Weise bestimmten die Parteien, dass in Vorstandsgremien sowie auf Kandidatenlisten ein gewisser Prozentsatz an Frauen Plätze erhalten. Momentan diskutiert die Politik, ob sie eine solche Frauenquote auch für Aktiengesellschaften einführen soll. In Vorstandspositionen sowie in Aufsichtsräten findet sich eine verschwindend geringe Anzahl an Frauen.

Pro Frauenquote
Viele Frauen können auf hohe Qualifikationen verweisen, dennoch bleibt ihnen der Aufstieg in Spitzenpositionen verwehrt. Laut Experten liegt dies an männlichen Seilschaften, welche die großen Aktiengesellschaften beherrschen. Nur eine starre Frauenquote gewährleistet demnach, dass Gleichberechtigung künftig auch in der Wirtschaft Wirklichkeit wird. Anhänger einer solchen Quote verweisen auf die positiven Effekte, die solche Regelungen in der Politik zeitigten. Tatsächlich stieg der Frauenanteil in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich an. Das zeigt nicht nur ein Blick auf die Bundeskanzlerin, sondern auch auf Ministerpräsidentinnen, Oberbürgermeisterinnen und Bundestagsabgeordnete. In der Wirtschaft verpufften sämtliche Appelle, Frauen mehr Chancen einzuräumen, bisher wirkungslos. Deswegen setzen sich insbesondere die Mitte-Links-Parteien für eine gesetzliche Regelung ein.

Contra Frauenquote

Die Gegner lehnen staatliche Eingriffe ab
Viele Wirtschaftsverbände sowie der Großteil innerhalb der bürgerlichen Parteien spricht sich gegen eine starre Quote aus. Sie sehen dadurch die Freiheit von Konzernen übermäßig eingeschränkt. Zudem befürchten viele, dass Männer dann strukturell benachteiligt werden und Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts einen Karrieresprung erzielen. Außerdem vertreten sie die Auffassung, dass in manchen Wirtschaftsbereichen nicht ausreichend viele qualifizierte Managerinnen arbeiten und sich Personalprobleme einstellen könnten. Das Ziel eines höheren Frauenanteils wollen sie aber auch erreichen, allerdings nur mit freiwilligen Selbstverpflichtungen der Unternehmen.

Fazit: starre Quote versus freiwilliger Selbstverpflichtung

Der geringe Anteil von Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen kann niemand ignorieren, die Konzepte zur Überwindung dieses Zustands unterscheiden sich jedoch. Die einen plädieren für eine starre Frauenquote, einen bestimmten Anteil von Spitzenjobs müssen Aktiengesellschaften demnach mit weiblichen Fachkräften besetzen. Nur so meinen die Anhänger dieser Regelung, männliche Seilschaften durchbrechen zu können. Die Gegner warnen vor staatlicher Überregulierung und einer Benachteiligung von Männern, sie hoffen deswegen auf freiwillige Selbstverpflichtungen.

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  1. Andrea Nadolny September 6, 2013

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